Über Ulvers Werdegang kann man geteilter Meinung sein. Die wahren Metalheads vermissen die Tage, in denen das Trio noch Todesblei schmiedete, bevor sie sich dann nach drei Alben urplötzlich ins Reich der Electronica verabschiedeten.
Und das war nicht die schlechteste Wahl, wenn man “Perdition City” hört. Selten habe ich ein atmosphärisch dichteres und hypnotischeres Album gehört als dieses. Ulver hat sich mit diesem Meisterwerk wahrhaft gleichermaßen unsterblich gemacht wie seinerzeit Tiamat mit “Wildhoney”.
Man ist nach mehrmaligem Hören versucht zu glauben, daß es, obwohl es bis auf zwei Ausnahmen keine “wirklichen” Lieder mit Gesang sind, sich hierbei um ein Konzept-Album handelt: Ein namenloser Protagonist erwacht in einer fremden Stadt, um ihn herum surrealistisch anmutende Gestalten, die unverständlichen Tätigkeiten nachgehen. Er lernt auf seiner Wanderung die verschiedensten Winkel der etwas trostlosen und immer regendurchnäßten Metropole kennen, hat dabei eine göttliche Erscheinung, wird von schemenhaften Gestalten in einer Bar gejagt, stürzt endlos in die Tiefe, kehrt schließlich an seinen Ausgangspunkt zurück und verläßt “Perdition City” endgültig.So ist mein Ansatz, jeder wird aber dieses Album anders interpretieren da es wirklich eine Menge Spielraum lässt. Ich hörte dieses Album das erste mal auf der Autobahn nachts in Hamburg ..Die Lichter und dieses beeindruckende Ambiente haben sich mir für ewig ins Hirn gebrannt. Wer sich diese CD kauft, der hat wahrhaft etwas fürs Leben erworben.
Uneingeschränkt empfehlenswert.
Dieses Werk kostet momentan 14,99€ und kommt auf einer CD daher.
Daumen hoch
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