Nach dem Evergreen Album “Nemesis Divina”, das durch den Hit “Mother North” unsterblich wurde, haben Satyricon ihre opulenten Orchestrationen inklusive Kleisterkeyboards auf dem Nachfolger “Rebel Extravaganza” einer elektronisch-kalten Atmosphäre geopfert und die Platte lebte von dem Kontrast aus mechanischer Raserei und nervenzerfetzenden Doom-Parts.
Auf Volcano zeigte sich ein anderer, reduzierterer Ansatz. Die Kontraste wurden entschäft (so wie das Tempo im Generellen), die Songs wurden dienlicher und durch Reduktion an Riffs mehr auf den Punkt gespielt. Dies änderte dennoch nichts an teilweise ausladenden Kompositionen (Black Lava), die durch ihre Redundanz geradewegs eine hypnotische Wirkung entfalteten. Mitverantwortlich, der inzwischen wieder deutlich wärmere Sound.
Now, Diabolical setzte den “Simplify to the max” Ansatz konsequent fort und streute vermehrt Rock-Vibes (K.I.N.G.) und überraschte mit einer bislang unbekannten Dynamik.
“The Age of Nero” verbindet nunmehr alle Stärken der genannten Alben im (vor allem) soundtechnischen Gewand von Now, Diabolical. Es darf endlich wieder geblastet werden. Aber mit Stil, und nie inflationär. Auch wenn die Tracks simpel und eindringlich gehalten werden, ist – ähnlich wie bei den Kollegen von Enslaved – viel mehr Black Metal in den Sound zurückgekehrt.
Satyricon arbeiten auf der CD wieder stärker mit den Kontrasten aus harten Blastpassagen und zähen Doom-Teilen sowie orchestrierten Passagen vs. minimalistischer Instrumentierung.
Über all dem herrscht Satyrs gebieterische Stimme, die akzentuiert Unheilvolles verkündet. Dies mit ebenso eleganter Noblesse, wie die edle Verpackung der CD.
Stilvoller haben Satyricon die Essenz der Dunkelheit nie eingefangen.
Das Werk kommt auf einer CD daher und kostet momentan 18,99€.
Daumen hoch
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